Runder Tisch zu Energiegemeinschaften

Energiegemeinschaften sollen künftig fixer Bestandteil unseres Energiesystems sein. Ihr Erfolg hängt allerdings von ihrer Einbindung in die bestehende Infrastruktur ab. Der OVE initiiert daher Diskussionsrunden mit Expert:innen über die notwendigen Rahmenbedingungen.

Energiegemeinschaften sollen in Zukunft das Modell der zentralen Energieversorger ergänzen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten. Bürger:innen und Kommunen werden dadurch zu aktiven Mitgestaltern am Energiemarkt. Zuletzt ist das Interesse der Bevölkerung aufgrund der aktuellen Situation noch einmal deutlich gestiegen.

    Vierter Runder Tisch am 24. November 2022

    Energiegemeinschaften sind nachhaltig und klimafreundlich. Ihren Mitgliedern darüber hinaus den Zugang zu Marktvorteilen zu ermöglichen, war das Hauptthema beim vierten Runden Tisch des OVE am 24. November 2022. Eine eigene Arbeitsgruppe hatte sich bereits im Vorfeld mit den aktuellen Herausforderungen in diesem Zusammenhang auseinandergesetzt.

    Die Situation am Energiemarkt ist seit einigen Monaten schwierig. Wenn Bürger:innen über Energiegemeinschaften sowohl als Erzeuger:innen als auch als Verbraucher:innen an der Energiewende teilnehmen, sind daher auch ihre Marktvorteile neu zu bewerten. Wie können sich Energiegemeinschaften hier auch künftig als schlagkräftige und effektive Variante bewähren? Diese Frage stand bei der aktuellen Gesprächsrunde im Fokus.

    Auch wenn eine Gewinnorientierung bei Energiegemeinschaften nicht im Vordergrund steht – vielmehr sollen sie Bürger:innen die Möglichkeit geben, Teil der Energiewende und damit eines nachhaltigen Energiesystems der Zukunft zu werden –, sind finanzielle Anreize für ihren Erfolg dennoch wesentlich, so der Tenor.

    Der OVE wird daher die Erarbeitung von konkreten Vorschlägen koordinieren. Eine eigene Arbeitsgruppe, bestehend aus Expert:innen unterschiedlicher Interessensgruppen (Vertreter:innen von Energiegemeinschaften, Gewerbe und Behörden), soll noch im Dezember tagen.

    Auch zu den weiteren Themen des Runden Tisches – die Notwendigkeit einer digitalen Kommunikationsschnittstelle und damit verbunden die Netzdienlichkeit von Energiegemeinschaften – wurde ein Arbeitsgruppentreffen vereinbart. Dieses soll im Jänner 2023 stattfinden.

    Präsentiert werden die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen dann bei einem nächsten Runden Tisch im März 2023.

    4. Runder Tisch zu Energiegemeinschaften

    Dritter Runder Tisch am 12. Oktober 2022

    Der dritte Runde Tisch zum Thema Energiegemeinschaften am 12. Oktober 2022 brachte wieder eine rege Diskussion aller Teilnehmenden. Im Mittelpunkt standen diesmal folgende Themen:

    • Netz- und Systemdienlichkeit von Energiegemeinschaften
    • Anforderungen an Smart Meter
    • Erhöhter Schulungsbedarf

    Ein differenziertes Weiterbildungsangebot zu technischen Rahmenbedingungen, aber auch steuerlichen und rechtlichen Aspekten im Zusammenhang mit einer Energiegemeinschaft müsse sich sowohl an private Interessenten, aber vor allem auch an Industrie und Gewerbe richten, so der Tenor.

    Betreffend Netz- und Systemdienlichkeit werden die Überlegungen in eine eigene Arbeitsgruppe verlagert. Diese soll unter anderem die folgenden Fragen klären:

    • Unter welchen Voraussetzungen haben Energiegemeinschaften das Potential, auch systemdienlich zu sein?
    • Wie können Last- und Erzeugungsspitzen effizient reduziert werden?
    • Wie können Speicherkapazitäten und andere Flexibilitäten optimal systemdienlich eingesetzt werden?
    • Können standardisierte Schnittstellen zur Kommunikation zwischen Verteilnetzbetreiber und Energiegemeinschaft geschaffen werden?

    Der nächste Runde Tisch im OVE zum Thema Energiegemeinschaften ist für November 2022 geplant.

    Beim 3. Runden Tisch ging es um Netz- und Systemdienlichkeit von Energiegemeinschaften und Weiterbildungsangebote.

    Zweiter Runder Tisch am 30. Juni 2022

    Am 30.6. fand im OVE der zweite Runde Tisch zum Thema Energiegemeinschaften statt. Im Mittelpunkt standen dieses Mal konkrete Maßnahmen, die dem Modell „Energiegemeinschaft“ zum Erfolg verhelfen können. Folgende Punkte kamen in der Expert:innen-Runde u.a. zur Sprache:

    • Forcieren der Systemdienlichkeit von Energiegemeinschaften
    • Vorantreiben von Datenlieferung und Datenkommunikation
    • Einsatz einer Expert:innen-Task Force im BMK
    • Anerkennung von Energiegemeinschaften als Infrastrukturprojekte
    • Herausstreichen der Vorteile
    • Definition der Anforderungen an Systemkomponenten
    • Standardisierung von Schnittstellen
    • Fördern von Fachkräften
    2. Runder Tisch Energiegemeinschaften

    Erster Runder Tisch zu Energiegemeinschaften am 4. Mai 2022

    Hochrangige Expert:innen aus den Bereichen Wirtschaft, Netzbetreiber und Behörden diskutierten am 4. Mai auf Einladung des OVE offene Fragen, die es im Zusammenhang mit den technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Energiegemeinschaften noch gibt.

    Nach einem Vortrag von Hubert Fechner (Österr. Technologie Plattform Photovoltaik) über Sinn und Nutzen von Energiegemeinschaften kamen unter anderem die folgenden Punkte zur Sprache:

    • Die Digitalisierung als Schlüssel für das Funktionieren von Energiegemeinschaften
    • Die Forderung nach einem niederschwelligen Zugang verbunden mit der Kritik an bürokratischen Hürden
    • Die Bedeutung von Pionierprojekten, um Erfahrungen zu sammeln
    • Die dringende Notwendigkeit, den Fachkräftemangel zu beheben
    • Die Frage der Planbarkeit für die Netzbetreiber
    • Die Notwendigkeit der Systemfreundlichkeit (Netzdienlichkeit) von Energiegemeinschaften

    Einig waren sich alle Beteiligten, dass es weiterhin einen Diskurs auf Augenhöhe brauche, um Barrieren zu reduzieren und vorhandene Hürden zu überwinden. Der OVE plant daher eine Fortsetzung der Gespräche.