Das waren die Expert Talks zur EU-Standardisierungsstrategie 2026

Welche Standardisierung braucht Europa im Jahr 2035? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Expert Talks zur EU-Standardisierungsstrategie am 8. Oktober 2026.

Angesichts geopolitischer Spannungen und technologischer Entwicklungen verändern sich die Märkte immer schneller. Europa darf hier den Anschluss nicht verlieren, muss aber gleichzeitig seine demokratischen Prozesse und Grundwerte schützen. Vor diesem Hintergrund gewinnt Standardisierung an strategischer Bedeutung. Sie beeinflusst nicht nur Märkte und Technologien, sondern stärkt auch Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. 

In Keynotes, Deep Dives und Podiumsdiskussionen ging es daher vor allem um die Frage, wie sich Standardisierung in Europa bis 2035 weiterentwickeln sollte.

Ein Mann mit Bart spricht an einem Rednerpult vor einem Publikum.

OVE-Generalsekretär Daniel Herbst begrüßte bei den Expert Talks gemeinsam mit Valerie Höllinger, CEO Austrian Standards, und Georg Konetzky, Sektionschef Nationale Marktstrategien im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus. 

Er unterstrich in seinen einleitenden Worten die Bedeutung eines leistungsfähigen und nachhaltig finanzierten Normungssystems, das  Prinzip „international first“ sowie den freien Zugang zur Normungsarbeit in Österreich. 

Lächelnder Mann mit Bart in Anzug und Krawatte auf weißem Hintergrund.
„Wenn wir die Normung beschleunigen wollen, müssen wir zugleich ihre Qualität und die offene Beteiligung sichern. Dafür braucht es auch eine tragfähige Finanzierung, die die unabhängige Normungsarbeit langfristig ermöglicht. Nur so können Standards den technischen Fortschritt verlässlich begleiten und Unternehmen bei Innovationen und beim Zugang zu internationalen Märkten unterstützen.“
OVE-Generalsekretär
Ein Mann mit Brille und Mikrofon diskutiert auf einer Bühnenveranstaltung.

Beim abschließenden “Hot Chair”-Programmpunkt war auch der Entwurf der EU-Normungsverordnung der Europäischen Kommission Thema. 

Bernhard Spalt, Leiter OVE Standardization, betonte, dass Europa hohes Ansehen in der internationalen Standardisierung genieße. Dieses dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. Beschleunigte Prozesse dürften nicht auf Kosten von Konsens, Qualität und Vertrauen gehen. 

Porträt eines Mannes mit Brille, in einem Anzug mit blauem Muster.
„Europa kann es sich nicht leisten, sein bewährtes Standardisierungssystem selbst zu schwächen. Wer mehr Geschwindigkeit fordert, darf nicht gleichzeitig Konsens, Qualität und Vertrauen aufs Spiel setzen. Wir brauchen keine neuen Parallelstrukturen und keine Fragmentierung, sondern ein starkes europäisches System, das international Gewicht hat.”
Leiter OVE-Standardization
Vier Personen stehen zusammen bei einer Veranstaltung von Austrian Standards.