3 Fragen an: Petra Samer-Leitner, Schindler Aufzüge und Fahrtreppen Österreich

Wenn aus einer einfachen Idee etwas Großes entsteht: Bei Schindler Österreich führte genau dieser Gedanke zur Einführung des Karenzfrühstücks.
Petra Samer-Leitner, Head Talent & Development, erzählt, wie aus dem Wunsch, mit Mitarbeiterinnen auch während der Karenz in Kontakt zu bleiben, ein Format wurde, das Zugehörigkeit stärkt, Rückkehr erleichtert und zeigt, dass moderne Arbeitswelt mehr ist als Organisation – sie ist gelebte Wertschätzung. Ein starkes Signal für New Work und Female Empowerment in einer Branche, die qualifizierte Frauen dringend braucht.
Kleines Format mit großer Wirkung
OVE Fem: Was steckt hinter der Initiative „Karenzfrühstück“ bei Schindler Österreich?
Petra Samer-Leitner: Die Grundidee war, Mitarbeiterinnen auch während der Karenz in Verbindung mit dem Unternehmen zu halten und ihnen zu zeigen: Ihr seid weiterhin ein wichtiger Teil von uns.
Karenz ist eine intensive und wunderschöne Lebensphase – aber sie bedeutet auch einen temporären Rückzug aus dem Berufsalltag, der manchmal mit dem Gefühl einhergeht, den Anschluss zu verlieren. Beim Karenzfrühstück kommen unsere Mamis, und hoffentlich künftig auch Papis, gemeinsam mit ihren Kindern vorbei, hören ein persönliches Update von unserem HR Director zu aktuellen Entwicklungen im Unternehmen und tauschen sich miteinander und ihren jeweiligen Führungskräften aus.
Es geht uns darum, Verbindung, Wertschätzung und Zugehörigkeit aktiv zu leben.
OVE Fem: Inwiefern passt eine solche Maßnahme zum Thema Female Empowerment – und warum ist das gerade in einer technischen Branche wie der Aufzugs- und Fahrtreppenbranche relevant?
Samer-Leitner: Wir fördern gezielt Female Empowerment und Möglichkeiten, die Frauen beim Wiedereinstieg unterstützen. Das Karenzfrühstück dient dabei als Netzwerkplattform, um Erfahrungen auszutauschen und auch während der Karenz vernetzt zu bleiben.
Gerade in technischen Branchen, wo der Fachkräftemangel spürbar ist, können wir es uns schlicht nicht leisten, unsere gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen zu verlieren. Das Karenzfrühstück ist ein wirkungsvolles Instrument: Es signalisiert klar, dass eine Karenzpause kein Karriere-Knick sein muss. Und das ist eine Botschaft, die wir als Arbeitgeber aktiv senden wollen.
OVE Fem: Was raten Sie anderen Unternehmen, die ähnliche Schritte setzen möchten – wie fängt man an?
Samer-Leitner: Klein anfangen und einfach tun. Man braucht kein großes Budget und kein bis ins Kleinste ausgefeiltes Konzept, um Wertschätzung zu zeigen. Ein gemeinsames Frühstück, ein persönliches Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen, ein regelmäßiges Update durch das Unternehmen – das sind Dinge, die keine großen Ressourcen erfordern, aber eine enorme Wirkung haben.
Was es braucht, ist der Wille auf Führungsebene, Karenz nicht als Abwesenheit zu betrachten, sondern als Teil einer Mitarbeiter:innenbiografie, die es zu begleiten gilt.
Mein wichtigster Rat: Hört euren Kolleg:innen zu und fragt sie, was sie sich wünschen. Die besten Ideen kommen meistens von den Betroffenen selbst.

Schindler Aufzüge und Fahrtreppen GmbH


