Weiterbauen statt neu bauen: Worauf müssen Elektrotechnik und andere Gewerke achten?
Bestehende Gebäude und technische Anlagen weiterzubauen, umzurüsten oder zu erweitern ist in der Praxis oft komplexer als ein Neubau und birgt rechtliche, technische und wirtschaftliche Risiken, die frühzeitig erkannt werden müssen.
Dieses Praxisseminar vermittelt einen kompakten Überblick über die maßgeblichen elektrotechnischen, bautechnischen und rechtlichen Vorgaben beim Weiterbau technischer Anlagen und Gebäude im Bestand. Bautechnische und juristische Aspekte werden im elektrotechnischen Kontext erörtert und anhand konkreter Beispiele aus Wohnbau, Industrie und gemischt genutzten Objekten diskutiert.
Typische Anwendungsfälle
- Ausbau von Rohdachböden
- Erweiterung von Industrieanlagen im Niederspannungsbereich
- Integration von PV-Anlagen auf Bestandsgebäuden
- Wand- und Deckendurchbrüche (zB. Leitungsführungen)
- Ausrüstung von Tiefgaragen mit E-Ladestationen
- Änderung von Produktionsprozessen und Nachrüstung bestehender Hallen mit neuen Maschinen
Wesentliche Änderung – die zentrale Frage
- Ab wann liegt eine „wesentliche Änderung" vor?
- Wann wird ein Bewilligungsverfahren erforderlich?
- Auswirkungen auf Genehmigungspflichten, Haftungsfragen sowie Projektkosten und Terminplanung
Brandschutz
- Baurechtliche Relevanz von Brandschutzmaßnahmen
- Flucht- und Rettungswege, Brandabschnitte
- Auswirkungen von Durchbrüchen durch Dachhaut und Wände
Bautechnik im Bestand
- Gründerzeitgebäude: Fräsen statt Stemmen, Begrenzung von Schlitztiefen, gemauerte Gewölbe
- Industriebauten: Holzhallen mit Leimbindern, Durchbrüche an statisch ungünstigen Stellen
- Dampfdichte Gebäudehülle, dachintegrierte PV-Anlagen, Blitzschutz und Dämmung
- Relevante Grundlagen: OVE-Richtlinie R 7, neue Unterdachnorm
Rechtliche Rahmenbedingungen
- Wohnbau: Elektrotechnikgesetz, zivilrechtliche Vereinbarungen (PV-Anlagen, E-Ladeinfrastruktur), OIB-Richtlinien
- Industrie & Gewerbe: Gewerberecht, Betriebsanlagenrecht, Bewilligungsverfahren
- Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten zwischen Planung, Ausführung und Bauherrschaft
Zielgruppe
- Architektur- und Planungsbüros
- Ingenieurbüros
- Baumeisterbetriebe
- Errichtungsunternehmen und Elektrotechnikbetriebe
- Gerichtssachverständige
- Projektmanagement und Projektentwicklung
- Bauträger
Anmerkungen:
Die Seminargebühr beinhaltet die Pausenverpflegung, das Mittagessen sowie die Seminarunterlagen.
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten nach Abschluss des Seminars eine Teilnahmebestätigung.


