Neue Verbraucher, neue Lösungen: Rückblick auf die OVE-Energietechnik-Tagung 2026

Mehr als 300 Energietechnik-Expert:innen diskutierten am 14. und 15. Oktober bei der OVE-Energietechnik-Tagung in der Seestadt Aspern in Wien über innovative Konzepte und Lösungsansätze für ein nachhaltiges und zukunftssicheres Energiesystem.

Im Mittelpunkt der 63. OVE-Energietechnik-Tagung standen die Herausforderungen der Energiewende durch neue Verbraucher im Stromnetz – von Elektrofahrzeugen über Wärmepumpen bis zu dezentralen Speichersystemen. Ebenso im Fokus: konkrete Lösungsansätze, etwa durch Innovationen im Bereich der Nieder- und Mittelspannungstechnik.

Fachvorträge, Diskussionen und Networking

Die Keynotes von Sascha Zabransky (Wien Energie), Britta Buchholz (VDE / Hitachi Energy) und Bernd Klöckl (TU Wien) zeigten, wie tiefgreifend die Transformation des Energiesystems ist und an welchen Stellschrauben jetzt gedreht werden muss. Die Themen reichten von der intelligenten Integration von E-Mobilität, Photovoltaik, Windkraft, Speichern und Flexibilitäten in einer wachsenden Stadt wie Wien über die Leistungselektronik als Schlüsseltechnologie für Spannungsregelung und Netzstabilität bis hin zu neuen Betriebskonzepten für ein Netz, in dem neue Netzteilnehmer und alle Spannungsebenen immer enger zusammenspielen.

Auf die Eröffnungs-Keynotes folgten zahlreiche Fachvorträge und Tutorien sowie eine Poster Session. Zwischen den Programmpunkten blieb viel Gelegenheit für persönlichen Austausch und lebendiges Netzwerken.

Ein besonderer Schwerpunkt galt in diesem Jahr dem Energietechnik-Nachwuchs: Im Rahmen eines Expert:innen-Talks diskutierten die OVE Young Engineers über die Herausforderungen der Verteilnetze der Zukunft.

Nächste Ausbaustufe der Energiewende notwendig

Zum Auftakt der Tagung fand eine Pressekonferenz statt. Der Tenor: Extremwetterlagen und die rasant wachsende Zahl neuer Stromverbraucher stellen die Energiewende vor neue Herausforderungen. Für ein resilientes Energiesystem braucht es neue und mutige Lösungen: moderne Leistungselektronik, intelligente Systemführung, digitale Steuerungssysteme und flexible Speicher.

„Der Erfolg der Energiewende wird sich in den Verteilnetzen entscheiden“, betonte OVE-Präsident und Wiener Netze-Geschäftsführer Gerhard Fida. Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz habe wichtige Weichen gestellt, nun müssten weitere Schritte folgen. 

Einig waren sich die Expert:innen auch bei der Ausbildung: Angesichts geplanter Einsparungen im Unibudget warnten sie vor einem drohenden Mangel an hochqualifizierten Fachkräften. Schon jetzt fehlen österreichweit rund 10.000 HTL-Absolvent:innen.

Gruppenbild von vier Personen in formeller Kleidung auf einer Konferenz.

Auszeichnung der besten Nachwuchstalente

Im Rahmen der feierlichen Abendveranstaltung wurden wieder die OVE-Energietechnik-Preise für innovative Abschlussarbeiten verliehen. HTL-Schüler und Studierende an Universitäten und Fachhochschulen wurden für ihre herausragenden Abschlussarbeiten ausgezeichnet.

Ebenfalls im Rahmen der OVE-Energietechnik-Tagung vergeben wurde der Prof. Werner Rieder-Preis des Vereins zur Förderung der Schalterforschung. Diesen erhielt Leonhard Reinthaler für seine Diplomarbeit an der TU Wien mit dem Titel  „Vergleich der Konzepte zur Blindleistungskompensation auf Höchstspannungsebene – Analyse am Beispiel des österreichischen Übertragungsnetzes“. 

Save the Date

Die nächste OVE-Energietechnik-Tagung findet am 13./14.10.2027 in Gmunden statt.

Alle Fotos: © OVE/Fürthner