Investitionen in Umbau und Digitalisierung des Energiesystems gefordert

Energiekrise und Versorgungssicherheit machen den Ausbau der Erneuerbaren Energien dringender denn je. Das erfordert umfangreiche Investitionen, temporär sei auch eine Entkoppelung der Strom- und Gaspreise notwendig. So der Tenor der heutigen Pressekonferenz anlässlich der OVE-Energietechnik-Tagung in Graz.

Dieses Jahr sieht sich die Energiewirtschaft mit besonderen Herausforderungen konfrontiert: Die Versorgung der österreichischen Unternehmen und Privathaushalte mit Gas und Strom steht im kommenden Winter im Zentrum. Doch auch wenn die Situation am Energiemarkt angespannt bleibt – aus heutiger Sicht ist die Versorgung über den Winter gesichert. Mittlerweile sind die Gasspeicher gut gefüllt, das Speicherziel von 80% wurde deutlich früher als geplant erreicht.

Energie ist wertvoll

Die Preissituation im Energiebereich ist aber weiterhin angespannt und problematisch. Das Einsparen von Energie muss daher weiter im Fokus bleiben.

Insbesondere die Stromversorgungssituation in Europa muss beobachtet werden, denn wegen der Trockenheit gibt es weniger Strom aus Wasserkraft und in Frankreich sind Kernkraftwerke wegen Instandhaltungsarbeiten außer Betrieb.

Alfons Haber, Vorstand E-Control
„Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde Strom oder Gas war noch nie so wertvoll. Und das gleich dreifach: sie spart Geld, macht uns unabhängig und hilft dem Klima.“
Vorstand E-Control

Strommarkteingriff gefordert - zumindest temporär

Die Energiepreise explodieren, daher sind Sofortmaßnahmen, etwa Energiekostenzuschüsse, notwendig, um den Wirtschaftsstandort zu stärken und eine De-Industrialisierung Europas zu verhindern.

Der OVE fordert neben diesen kurzfristigen Maßnahmen aber auch mittel- und langfristige Lösungen, wie zum Beispiel eine – zumindest temporäre – Entkoppelung der Strompreise von den Gaspreisen. Würden Gaskraftwerke innerhalb des Merit Order-Prinzips vom Staat gefördert, wären diese nicht mehr preisbestimmend, wodurch der Strompreis sinken würde.

„Österreichs Energiewirtschaft hat bereits gute Konzepte vorgelegt. Es liegt nun an den Entscheidungsträgern, diese Vorschläge auf europäischer Ebene zu vertreten und möglichst rasch umzusetzen.“
OVE-Präsident

Netzausbau, um Versorgungssicherheit sicherzustellen

Die Infrastruktur muss rasch ausgebaut werden, um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft sicherzustellen. Dabei gehe es aber nicht nur um den Ausbau der Erzeugungskapazitäten für Erneuerbare Energien, betont Martin Graf, Vorstandsdirektor der Energie Steiermark AG. Für eine erfolgreiche Energietransformation und einen klimaneutralen Energiesektor brauche es eine leistungsfähige und zukunftsfitte Netzinfrastruktur.

Martin Graf, Vorstandsdirektor Energie Steiermark
„Wer JA sagt zu Ökostrom, muss auch JA sagen zum Netzausbau. Die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, die Ausweisung von Vorrangzonen und eine investitionsfördernde Regulierungssystematik sind essenziell für die angestrebte Energiewende.“
Vorstandsdirektor Energie Steiermark

Fachkräfte werden dringend benötigt

Auch auf den aktuellen Fachkräftemangel in der Elektrotechnik-Branche wiesen die Experten im Rahmen der Pressekonferenz hin. Es brauche Investitionen im Bildungsbereich und Ausbildungsoffensiven, um die dringend notwendigen Nachwuchskräfte für die Umsetzung der Energiewende zu gewinnen.

Kari Kapsch, OVE-Präsident
„Wir brauchen allgemein eine stärkere Technik-Fokussierung im österreichischen Bildungssystem und ganz konkret eine Qualifizierungsoffensive Elektrotechnik."
OVE-Präsident

Hier finden Sie die ausführliche Presseinformation zum Thema.