Verein zur Förderung der Schalterforschung

Der Verein zur Förderung der Schalterforschung wurde 1980 von Werner Rieder, dem "Schalterpapst", mit dem Ziel gegründet, die Forschungstätigkeit auf dem Gebiet elektrischer Schaltgeräte zu fördern – ein Anliegen, das ihm als Universitätsprofessor der TU Wien besonders wichtig war.  

Der Verein hat seinen Sitz in Wien und verfolgt keine Gewinnabsicht; die erforderlichen Mittel werden ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge aufgebracht.

Die Mitglieder des Vereins umfassen sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen und Institutionen aus dem In- und Ausland, die in der Schalterforschung und -lehre sowie in der Schalterentwicklung und -produktion tätig sind.

Seit der Gründung des Österreichischen Kompetenzzentrums für Tribologie (AC2T Research GmbH) ist der Verein zur Förderung der Schalterforschung dessen wissenschaftlicher Partner.

Im Sinne des Lebenswerks von Werner Rieder erstreckt sich das Tätigkeitsfeld des Vereins von der Grundlagenforschung bis zu spezifischen Anwendungsentwicklungen für das gesamte Spektrum der Trennung und Schließung von Stromkreisen von der Kleinspannung bis zur Höchstspannung.

Drei Personen halten eine Auszeichnung, im Hintergrund ein Logo des OVE.

Prof. Werner Rieder-Preis

Der Verein zur Förderung der Schalterforschung vergibt jährlich den Prof. Werner Rieder-Preis für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich des Fachgebietes Schalterforschung. 

Motivation und Zielsetzung

Die Initiatoren des Prof. Werner Rieder-Preises sind überzeugt, dass das gut funktionierende Zusammenspiel von Lehre, Forschung und industrieller Anwendung eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt und Ausbau der wirtschaftlichen Situation Österreichs darstellt. Das Wirken von Werner Rieder als hervorragender Lehrer und Forscher war davon geprägt, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse an Studierende weiterzugeben und die oft schwierige Brücke zwischen Industrie und Universität zu schlagen.

Mit der Stiftung des Prof. Werner Rieder-Preises zeichnen die Initiatoren junge Wissenschafter:innen aus, die mit ihren wissenschaftlich-technischen Arbeiten einen wesentlichen Beitrag auf dem Gebiet der Schaltgeräteforschung leisten. Damit setzen sie dem weltweit anerkannten Experten auf dem Gebiet der elektrischen Schaltgeräte, Werner Rieder (†), ein ehrendes Andenken.

Die Arbeiten sind bis spätestens 15. Juli jeden Jahres in elektronischer Form einzureichen.

Nähere Informationen:
Dipl.-Ing. Dr. techn. Thomas Strof
Obmann des Vereins zur Förderung der Schalterforschung
Gußhausstraße 25
1040 Wien
E-Mail: thomas.strof@aon.at

Geschäftsordnung Prof. Werner Rieder-Preis

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Prof. Werner Rieder-Preis
GESCHÄFTSORDNUNG
 

1. Einleitung
Der Verein zur Förderung der Schalterforschung vergibt (jährlich) Preise für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich des Fachgebietes Schalterforschung. Preise können sowohl an die Autoren als auch an die Betreuer dieser Arbeiten vergeben werden.
 

2. Fachgebiete
- Mechanisches Schalten
- Leistungselektronik
- Schutz und Steuerung in Verbindung mit mechanischen oder elektronischen Schaltern
- Andere anwendungsbezogene physikalische Fragestellungen
 

3. Kategorien
Eingereicht werden können technisch-wissenschaftliche Arbeiten aus oben angeführten Fachgebieten, beispielsweise Diplomarbeiten oder Dissertationen.
 

4. Preishöhe
Die Preise sind in einer Höhe von € 1.000,- bis € 3.500,- dotiert. Die Preishöhe wird im Rahmen der Begutachtung und nach Maßgabe der finanziellen Möglichkeiten des Vereins zur Förderung der Schalterforschung festgesetzt.
 

5. Jury
Die Begutachtung erfolgt durch eine vom Verein zur Förderung der Schalterforschung nominierte Jury. Diese wird jedes Jahr bei Ausschreibungsbeginn bekannt gegeben. Die Jury ist berechtigt, jeweils einschlägige Fachleute zur Beurteilung heranzuziehen.
Generelle Bewertungskriterien für die eingereichten Arbeiten sind die fachliche Qualität, die methodische Darstellung und die Aktualität.
 

6. Organisation
Die Arbeiten sind bis spätestens 15. Juli jeden Jahres in elektronischer Form über den Upload-Bereich der OVE-Homepage einzureichen. Eine elektronische Kurzfassung der Arbeit für die Beurteilung ist verbindlich. Die Autoren erhalten eine Bestätigung über den Eingang ihrer Arbeiten (Bestätigung der Lesbarkeit der elektronischen Dokumente).
Die Benachrichtigung der Autoren über die Preisvergabe erfolgt bis spätestens 2 Wochen vor der Fachtagung der Österreichischen Gesellschaft für Energietechnik (OGE) des jeweiligen Jahres.
 

7. Preisübergabe
Die Preise werden bei der jährlichen Fachtagung der Österreichischen Gesellschaft für Energietechnik (OGE) übergeben.
Die Übernahme der Kosten (Anreise und Aufenthalt für bis zu zwei Personen bis max. 350 €) zur Preisverleihung erfolgt vom Verein zur Förderung der Schalterforschung. Die Namen der Preisträger werden in den Medien des OVE, vorzugsweise in der Verbandszeitschrift e+i und/oder auf der OVE-Website mit kurzer Darstellung der Arbeiten veröffentlicht.

Briefmarke mit Prof. Dr. Werner Rieder, Vater der Lichtbogenphysik.

Werner Rieder – der „Schalterpapst"

Werner Rieder wurde am 21. Mai 1919 in Wien geboren und prägte über mehr als fünf Dekaden das Gebiet der elektrischen Schaltgeräte mit außergewöhnlicher Nachhaltigkeit. In der Fachwelt war er nur unter einem Namen bekannt: der „Schalterpapst".

Werdegang

Nach seiner Promotion zum Dr. phil. in Physik an der Universität Wien begann Rieder 1951 mit Forschungsarbeiten über Lichtbögen und Kontakte – zunächst bei der ELIN AG in Wien, später bei der BBC in Baden in der Schweiz. Als Forschungsphysiker führte er dort grundlegende Untersuchungen auf dem Gebiet der Elektrophysik und der elektrischen Schaltgeräte durch.

Nach seiner Habilitation an der Technischen Hochschule Wien (1956) und an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (1958) folgte 1973 die Berufung als Ordinarius für Schalterbau an die Technische Universität Wien – auf den damals weltweit einzigen Lehrstuhl für elektrische Schaltgeräte.

Wissenschaftliches Wirken

Rieders Credo war, dass Forschung nie Selbstzweck sein dürfe, sondern stets eine konkrete technische Anwendung haben müsse. Die Zusammenarbeit mit über 50 Firmen weltweit unterstrich diesen Anspruch eindrucksvoll. Im Zentrum seiner beruflichen und wissenschaftlichen Tätigkeit standen die Physik des Lichtbogens, die Konstruktion von Schaltgeräten – vom Kleinlastbereich bis zu Vakuum- und Hochspannungsschaltern –, die Zuverlässigkeit elektrischer Kontakte sowie Fragen zu Kontaktwerkstoffen.

Als Lehrer und Lehrmeister betreute Rieder während seiner 33 Jahre als Hochschullehrer rund fünfzig Doktoranden – die sogenannten „Rieder-Schüler"  und prägte auf diese Weise über drei Generationen hinweg die Fachwelt nachhaltig. Was die “Rieder-Schüler” verband, war tiefer Respekt vor seinem logischen Denkvermögen, seiner methodischen, zielbewussten Arbeitsweise und seiner Fähigkeit, Wissen effizient und selbstlos weiterzugeben – stets mit einer erfrischend humorvollen Seite, trotz des Ernstes wissenschaftlicher Forschung.

Auszeichnungen

Die internationale Wertschätzung für Rieders wissenschaftliches Lebenswerk zeigt sich in zahlreichen Auszeichnungen, darunter der „Ragnar Holm Scientific Achievement Award" des IEEE, der Albert-Keil-Preis des VDE sowie – anlässlich seines 80. Geburtstags – das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

Zu seinem 85. Geburtstag 2004 wurde ihm zu Ehren eine limitierte Sonderbriefmarke der Österreichischen Post gewidmet.

Informationstafel über Werner Rieder an einer Treppe.

Vermächtnis

Auch nach seiner Emeritierung blieb Rieder der TU Wien treu und widmete sich bis kurz vor seinem Tod im 87. Lebensjahr seinem geliebten Schalterbau. Werner Rieder starb am 12. Februar 2006. Eine Gedenktafel im alten Elektrotechnischen Institut der TU Wien in der Gußhausstraße erinnert bis heute an ihn.

Im Sinne seines Lebenswerks vergibt der Verein zur Förderung der Schalterforschung den Prof. Werner Rieder-Preis an junge Wissenschafter/innen, die mit ihren Arbeiten einen wesentlichen Beitrag zur Schaltgeräteforschung leisten.

Obmann
Dipl.-Ing. Dr. techn. Thomas Strof

Obmann-Stellvertreter
Dipl.-Ing. Dr. h.c. Roland Käfer

Schriftführer
Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Widl

Kassier
Dr. Hansjörg Hauer

Kassier-Stellvertreter
Dipl.-Ing. Dr. Friedrich Borst

Name und Sitz:
Verein zur Förderung der Schalterforschung
(Eingetragener Verein ZVR-547036008)
Gußhausstraße 25
1040 Wien

Zweck des Vereins:
Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet ist, bezweckt die Forschungstätigkeit auf dem Gebiet elektrischer Schaltgeräte zu fördern.

Aktueller Vorstand:
Dipl.-Ing. Dr. techn. Thomas Strof