OVE-IT-Colloquium 2026: Innovationen für e-Health und Telemedizin im Fokus
Digitale Technologien und Vernetzung verändern das moderne Gesundheitswesen. Beim diesjährigen IT-Colloquium des OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik diskutierten führende Expert:innen aus Wirtschaft, Forschung und Medizin, wie innovative Informationstechnologien die medizinische Versorgung der Zukunft gestalten.
Technologie und Medizin gehen Hand in Hand, wenn es darum geht, das Gesundheitswesen in die Zukunft zu führen. Telemedizin, sichere Kommunikationsplattformen und 5G-fähige Geräte machen die Versorgung schneller, zugänglicher und personalisierter – etwa durch Echtzeit-Konsultationen, KI-gestützte Diagnostik oder interoperable Gesundheitsakten. Das IT-Colloquium am 15. April – eine Veranstaltung des OVE mit Unterstützung der Technischen Universität Wien und des AIT Austrian Institute of Technology – stellte neueste Entwicklungen in Technologie und Standardisierung sowie regulatorische Herausforderungen in den Fokus.
Sicherer Datenaustausch für digitale Gesundheitsarchitektur
Zu Beginn der Veranstaltung spannten Expert:innen aus Forschung und Verwaltung einen Bogen von europäischer Datenraum‑Strategie über Sicherheits- bis hin zu regulatorischen Anforderungen. Günter Schreier vom AIT Austrian Institute of Technology erläuterte Aufbau und Zielsetzung des European Health Data Space (EHDS) sowie die Rolle Österreichs mit den Gesundheitsinformations-systemen ELGA und Smart FOX. Hans‑Jürgen Schiller von der MA 01 Wien Digital präsentierte das Matrix‑Protokoll als neue, sichere Plattform für föderierte Kommunikation im Gesundheitswesen. Die Überlagerung von MDR (Medical Device Regulation), AI Act, Cybersecurity‑Vorgaben und NIS2 analysierte Jörg Schröttner von der TU Graz. Dejan Nickovic vom AIT ging auf die Sicherheits-anforderungen für KI‑basierte cyber‑physische Systeme (CPS) ein, darunter formale Verifikation, Laufzeitüberwachung und Fallback‑Architekturen. Anschließend zeigte Matthias Frohner vom FH Technikum Wien, wie mit dem European Digital Testing Environment (DTE) und Xt‑EHR‑Projectathons die EHDS‑Konformität erstmals verbindlich überprüft werden kann.
Von Hybrid Care bis 5G: Bausteine der digitalen Medizin
Innovative digitale Technologien standen danach im Fokus des IT-Colloquiums: Alexander Gaiger von der MedUni Wien demonstrierte mit eSMART den Nutzen evidenzbasierter Hybrid‑Care‑Modelle. Ivana Vyrva von shoelessly zeigte, wie KI‑gestützte Heimdiagnostik unter EU‑MDR‑Vorgaben marktfähig umgesetzt werden kann. Dass digitale Medizin beim Halbleiter‑ und Sensordesign beginnt, indem dieses Wearables und kontaktlose Messverfahren ermöglicht, zeigte Marcus Hennecke von Infineon Technologies. Alexander Sysoev von Ericsson Austria und Martin Sternath von Drei Austria betonten die Bedeutung von 5G‑Private‑Networks als kritische Infrastruktur. Die klinisch‑kritische Perspektive lieferte abschließend Jens Meier vom Kepler Universitätsklinikum Linz: Er machte deutlich, dass hohe Modellperformance nicht automatisch klinischen Nutzen garantiert und dass Herausforderungen durch verzerrte Daten (Bias) bzw. eine veränderte Einsatzumgebung (Domain Shift) den Praxiseinsatz KI-basierter Systeme maßgeblich einschränken können.
„Mit dem IT-Colloquium 2026 hat der OVE Expert:innen zusammengebracht und damit den Austausch über ein effizientes, sicheres und patientenorientiertes digitales Gesundheitssystem gefördert.”
Daniel Herbst, designierter OVE-Generalsekretär
OVE Presse

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