OVE Fem-Netzwerktreffen: Zu Gast in der APG-Steuerzentrale
Rund 30 Damen des OVE Fem-Netzwerks besuchten am 20. Mai 2026 die Steuerzentrale der Austrian Power Grid AG (APG) am Johannesberg im Süden Wiens – jenen Ort, an dem die Stabilität des österreichischen Höchstspannungsnetzes rund um die Uhr gesichert wird.
Nach einer kurzen Begrüßung durch OVE Fem‑Vorsitzende Michaela Leonhardt führte Klaus Kaschnitz, Division Director der APG, in die zentralen Aufgaben des Übertragungsnetzbetreibers ein. Er erläuterte, wie die APG als Regelzonenführer dafür sorgt, dass Erzeugung und Verbrauch stets im Gleichgewicht bleiben, Engpässe behoben werden und ein stabiles Stromsystem gewährleistet wird.
Darüber hinaus gestaltet die APG die Rahmenbedingungen des europäischen Strommarkts, integriert Erneuerbare Energien in den Netzbetrieb und verantwortet Planung, Bau und Instandhaltung der österreichischen Übertragungsinfrastruktur. Auch auf die Rolle der APG als Enabler der Energiezukunft ging Kaschnitz in seinem Kurzvortrag ein: eine Aufgabe, die angesichts der stark wachsenden Einspeisung aus Photovoltaik und Wind zunehmend komplex wird.
Netzentwicklung, Herausforderungen und Großstörungen
Im weiteren Verlauf lag der Fokus auf den energiepolitischen Entwicklungen in Europa und dem aktuellen Netzentwicklungsplan, der bis 2035 Investitionen von rund 9 Milliarden Euro in den Um‑ und Ausbau des österreichischen Netzes vorsieht. Auch Großstörungen im europäischen Stromnetz waren Thema: Anhand historischer Vorfälle bis hin zum Iberian Blackout 2025 zeigte Kaschnitz auf, wie eng die europäischen Netze miteinander verflochten sind und welche Bedeutung internationale Koordination und präventive Maßnahmen für die Versorgungssicherheit haben.
Besuch in der Steuerzentrale: Das Herz des Systems
Im Anschluss erhielten die Teilnehmerinnen von der Besuchergalerie aus einen direkten Einblick in die Steuerzentrale – das operative Herz der österreichischen Stromversorgung. Tahir Kapetanovic, Leiter der Steuerzentrale, erläuterte die Abläufe.
Eine große Videowand im Zentrum des Raums zeigt in Echtzeit den Zustand des gesamten Übertragungsnetzes: sämtliche 220‑ und 380‑kV‑Leitungen, Kraftwerke und Umspannwerke. Speziell ausgebildete Mitarbeiter:innen erkennen auf einen Blick, ob Erzeugung und Verbrauch im Gleichgewicht sind, wie stark Leitungen ausgelastet sind und wo sich kritische Situationen entwickeln könnten. Gearbeitet wird im Schichtdienst, Entscheidungen zur Netzstabilität werden grundsätzlich nach dem Vier‑Augen‑Prinzip getroffen.
Die Ausführungen Kapetanovics machten deutlich, wie komplex die Netzführung ist und wie viele Aspekte gleichzeitig berücksichtigt werden müssen.
Die OVE Fem‑Community erhielt damit einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit der APG – und in jenes System, das im Hintergrund zuverlässig dafür sorgt, dass Österreich rund um die Uhr sicher mit Strom versorgt wird.
Austausch, Vernetzung zum Abschluss
Sowohl der Vortrag von Klaus Kaschnitz als auch jener von Tahir Kapetanovic stießen auf großes Interesse. Die Fragen der Teilnehmerinnen reichten von technischen Details über praktische Abläufe bis hin zu arbeitspolitischen und frauenspezifischen Themen. Viele dieser Punkte wurden beim anschließenden Austausch am Buffet vertieft.
Das OVE‑Fem‑Netzwerktreffen erwies sich insgesamt als rundum gelungen, informativ und bereichernd für das gesamte Netzwerk.
Ein herzlicher Dank gilt der APG für die gastfreundliche Einladung und die spannenden Einblicke.













