Karin Tausz im OVE Fem-Wordrap

Eine Frau in formeller Kleidung lächelt mit den Armen verschränkt auf einer Terrasse.

Im OVE Fem‑Wordrap gibt Karin Tausz, Geschäftsführerin der FFG in Shared Leadership mit Henrietta Egerth, Einblicke in ihr Verständnis von Forschung, Führung und Innovation. Für sie ist Wissenschaft eine unverzichtbare Orientierungskraft in Zeiten multipler Krisen. Als solche braucht sie neben Neugier, Mut und klaren Visionen vor allem Diversität

Starke Netzwerke gelten für Karin Tausz als „unsichtbare Infrastruktur“ für Innovationen. Mit Blick auf Energiewende und digitale Transformation spricht sie sich für mehr Tempo aus und betont zugleich die großen Chancen, die sich dadurch für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft eröffnen.

Neugier als (Wissenschafts-)Motor

Mein Kindheitstraum war …
… Archäologin oder Schriftstellerin zu werden – Neugier hat mich schon immer angetrieben!

In meinem Studium habe ich gelernt, dass…
… erst der aktive Meinungsaustausch mit anderen und das Betrachten verschiedener Perspektiven tatsächlich zu mehr und neuem Wissen führt. 

Wissenschaft und Forschung in Zeiten multipler Krisen …
sind essentiell. Sie helfen Krisen zu verstehen, Lösungen zu suchen und Menschen Sicherheit in der Suche nach Antworten zu geben. Sie tragen damit aber auch die entsprechende Verantwortung!

Shared Leadership heißt für mich …
Verantwortung, Entscheidungen und Einfluss zu teilen, jedoch nicht alles gemeinsam tun zu müssen. Die absolute Voraussetzung dafür ist gegenseitiges Vertrauen! Wir verstehen uns in der Geschäftsführung als Shared Leader, bringen unsere individuellen Stärken ein, vertrauen einander in unseren Entscheidungen und verlassen uns aufeinander. Wir wissen sehr gut, wo es Abstimmungsbedarf gibt und sind daher nicht nur effektiv, sondern auch effizient. Das macht uns resilienter, weil nicht alles an einer Person hängt.

Das stärkste Role Model in meinem Leben ist …
meine Mutter gewesen. Sie wuchs in einfachen Verhältnissen auf, hat sich selbst ihr Leben lang weitergebildet und uns zu unabhängigen und verantwortungsvollen Menschen erzogen. Eine starke Frau, die auch für die nächsten Generationen der Familie ein Vorbild ist und war.

Die FFG …
… übersetzt Forschung in Wirkung, ist Risikopartnerin für innovative Forschungseinrichtungen und Unternehmen, und sorgt für Investitionen in die Zukunft.

Exzellenz in der Forschung entsteht, wenn …
man früh beginnt, nämlich mit sehr gut ausgebildeten, kreativen Forschenden, wenn Neugier mit Disziplin Hand in Hand geht und mutig Risiken eingegangen werden. Das Wichtigste ist jedenfalls an den Erfolg zu glauben!

Strategische Führung in der Wissenschaft bedeutet …
… Vision vor Verwaltung. Langfristig planen und kurz- und mittelfristige Erfolge auf dem Weg sichern, sichtbar machen und verwerten. Und sich nicht nur um Projekte und Milestones kümmern, sondern auch um die Menschen, die es für erfolgreiche Innovation braucht.

Energiewende und digitale Transformation …
… sind die zentralen Themen unserer Zeit. Um sich ihnen zu widmen, bedarf es Vision, Innovation und auch an validen Daten. Beide Themen verlangen Tempo und bieten viele Chancen für unsere Gesellschaft, die Umwelt und die Wirtschaft.

Innovation braucht mehr … und weniger …
… mehr Mut, mehr Risiko, mehr privates Kapital, mehr Daten, mehr Interdisziplinarität – … und weniger Angst zu scheitern, weniger Bürokratie.

Diversität in der Forschung …
... ist kein On-Top-Thema, sondern Voraussetzung für gute Qualität. Hier ist noch ein weiter Weg zurückzulegen, bis Diversität in den Strukturen, Prozessen und Köpfen angekommen ist. Wer kommt zu Wort, wer wird gehört, wer ist in Entscheidungen eingebunden – ohne Diversität gibt es keine guten Forschungsresultate.

Netzwerke …
… verbinden Ideen und Macher:innen und entscheiden oft über den Erfolg, sie sind die „unsichtbare Infrastruktur“ der Innovation.

Ein Satz, der mich immer wieder erdet …
… ist aus dem Wienerischen: “Wos geht, geht. Wos ned geht, geht ned.” Er erinnert mich immer wieder daran, dass man auch erkennen muss, wenn ein eingeschlagener Weg eben nicht zum Ziel führt und man darum andere Wege finden muss, um Hindernisse zu überwinden. Loslassen oder „fail early“ gehört auch zu Innovation, damit die Energie erfolgversprechender eingesetzt werden kann.

Eine Frau in formeller Kleidung lächelt mit den Armen verschränkt auf einer Terrasse.
Mag. Karin Tausz
Geschäftsführerin
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH – FFG