7. Juli 2010
Das Potenzial Elektrotechnikerinnen – die Chance für Wissenschaft und Wirtschaft
Frauen in Berufen mit elektrotechnischem Bezug und dazu verwandten Berufsfeldern zu unterstützen und die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zu schaffen, ist eines der Ziele der neu gegründeten Plattform „femOVE“ im Österreichischen Verband für Elektrotechnik (OVE). Veranstaltungen zur Unterstützung des Networkings zu organisieren sowie spezifische Wünsche und Anliegen von Frauen mit technisch-naturwissenschaftlicher Ausbildung in den OVE einzubringen, sind weitere Intentionen.
Auftaktveranstaltung des femOVE
Am 7. Juni fand im Boeckl-Saal der Technischen Universität Wien die Auftaktveranstaltung zur Präsentation der neuen Initiative femOVE statt. OVE-Präsident Dipl.-Ing. Gunter Kappacher, Vorstandsdirektor der Siemens AG Österreich, begrüßte die anwesenden Damen und Herren und erläuterte die Motivation des Verbandes, Frauen in der Elektrotechnik zu unterstützten. Unsere Gesellschaft steht vor enormen Herausforderungen, die nur durch intelligente und innovative Technologien zu lösen sind. Dazu braucht es entsprechend gut ausgebildete Techniker und vor allem Technikerinnen, denn die Wirtschaft und Industrie könne es sich nicht leisten, auf das Potenzial Elektrotechnikerinnen zu verzichten.
Dipl.-Inf. Annette Mossel, Institut für Softwaretechnik und Interaktive Systeme der TU Wien, präsentierte Ziele und Ideen der neuen Plattform und lud alle Anwesenden zur Mitarbeit im femOVE ein bzw. sich aktiv daran zu beteiligen, das Berufsbild der Technikerin noch weiteren Kreisen bekannt zu machen.
Braucht die Technik überhaupt Frauen?
In einem Impulsvortrag ging FH-Professorin Dr. Ulla-Birnbacher der provokanten Frage nach: Braucht die Technik überhaupt Frauen? Ihr eindeutiges Fazit war ein dreifaches „Ja“: Ja, denn Frauen sind das Potenzial, um die ständige große Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern im Bereich Technik decken zu können. Ja, denn gemischte Teams können besser auf individuelle Problemstellungen eingehen als reine Männergruppen. Und ja, denn Frauen können in besonderer Weise Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und Innovationskraft in den Beruf einbringen.
Hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion
Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion, moderiert von Marie-Theres Euler-Rolle. Die Vertreterinnen aus Wirtschaft und Wissenschaft – FH-Prof. Dr. Ulla Birnbacher, FH Technikum Kärnten, Dipl.-Ing. Katrin Friedl, TU Graz und OVEyoungEngineers, Ao. Univ.-Prof. Dr. Margrit Gelautz, TU Wien, Dr. Waltraud Müllner, Telekom Austria AG, Sibel Polat, TU Wien und youngOVE, A. Univ.-Prof. Dr. Birgit Pröll, Uni Linz, und Dr. Martina Schwaiger, Seibersdorf Labor GmbH, – diskutierten über Förderaktivitäten, das Berufsbild Technikerin, Rollen-Modelle, Mentoring-Projekte und vieles mehr. Auch das Auditorium beteiligte sich rege an dem Diskurs. Fazit aus den interessanten Diskussionsbeiträgen: Mädchen sollte möglichst frühzeitig – in Kindergarten und Schule – ein positiver Zugang zur Technik vermittelt werden, dazu ist auch entsprechende Information der PädagogInnen erforderlich. Frauen sollten durch besondere Programme, beispielsweise Mentoring an Universitäten und in Unternehmen, gefördert werden. Und ganz wesentlich sind Vernetzung und Kommunikation unter den TechnikerInnen sowie entsprechende Rahmenbedingungen, um Familie und Beruf vereinbaren zu können.
Netzwerken und Kontakte knüpfen
Abschließend hatten die zahlreich erschienenen TeilnehmerInnen noch Gelegenheit, in gemütlicher Atmosphäre am Buffet Kontakte zu knüpfen und Anregungen für weitere Initiativen auszutauschen.
Der OVE bedankt sich bei Frau Margrit Gelautz und Frau Birgit Pröll, den Proponentinnen der Plattform femOVE, für ihr Engagement.
Podium – Kurzstatements
FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Ulla BIRNBACHER (pdf)
Dipl.-Ing. Katrin FRIEDL (pdf)
Ao. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Mag. rer.nat. Dr. techn. Margrit GELAUTZ (pdf)
Dipl.-Ing. Dr. Waltraud MÜLLNER (pdf)
Sibel POLAT (pdf)
A. Univ.-Prof. Dip.-Ing. Dr. techn. Birgit PRÖLL (pdf)
Dipl.-Ing. Dr. Martina SCHWAIGER (pdf)
>> Fotos